Bauzustandsanalyse

Sachgerechte Bauzustandsanalysen bilden die Basis für jede nachhaltige und wirtschaftliche Sanierung

Grundlagenermittlung

Um ein geeignetes Sanierungskonzept zu entwickeln, müssen Ursache und Umfang der Bauschäden erkannt, messtechnisch erfasst und dokumentiert werden. Im Fokus stehen vornehmlich Schadsalze und Baustofffeuchte sowie bauphysikalische Randbedingungen. Im Zusammenhang mit den objektspezifischen Gegebenheiten lässt sich eine wirtschaftliche Sanierung planen, ganz gleich, ob es sich um den Keller eines Einfamilienhauses oder einen historischen Gewölbekeller handelt.

Probeentnahme

Aussagekräftige Untersuchungsergebnisse setzen eine zielgerichtete Probenentnahme voraus. Untersucht werden Proben der verschiedenen Schadensformen, Baustoffe und Bauteile. Um die Inhomogenität eines Mauerwerksquerschnitts zu erfassen, müssen die Proben eine ausreichende Größe besitzen. Die Proben werden an Messachsen in unterschiedlicher Höhe (Höhenprofil) und Tiefe (Tiefenprofil) entnommen. So erhält man Aussagen zur Feuchte- und Schadsalzverteilung im Mauerwerk; die Schadensursachen werden erkennbar.

Ursachenforschung

Beide Methoden verraten noch nicht die Ursache/n der Durchfeuchtung oder den Durchfeuchtungsgrad.

Hierfür sind weitere Messdaten und Bezugsgrößen erforderlich:

Ein wichtiger Kennwert ist die maximale kapillare Wasseraufnahme. Das ist die Menge Wasser, die eine getrocknete Baustoffprobe aufgrund ihres Porengehaltes bzw. ihrer Porengeometrie bei Wasserlagerung auf kapillarem Wege maximal aufnehmen kann.

Um die maximale Wasseraufnahme zu bestimmen, wird unter Druck der gesamte Porenraum mit Wasser gefüllt.

Durchfeuchtungsgrade lassen keinen sicheren Rückschluss auf die Ursache der Durchfeuchtung zu. Es ist nicht klar erkennbar, ob die Feuchtigkeit aus der flüssigen Phase kapillar eingewandert ist oder ob sie – zumindest teilweise – hygroskopisch aus der Umgebungsluft aufgenommen wurde. Eine Zuordnung ist hier nur im Ausschlussverfahren möglich: An einer oder mehreren Stellen wird die hygroskopische Feuchtigkeitsaufnahme gemessen, indem die getrockneten Baustoffproben längere Zeit bei konstanter Temperatur in einer Klimakammer einer bestimmten relativen Luftfeuchte ausgesetzt werden. Aus der zu beobachtenden Gewichtszunahme wird die hygroskopische Feuchtigkeitsaufnahme ermittelt.

In bestimmten Fällen ist als weitere Durchfeuchtungsursache die Kondensatbildung an Mauerwerksoberflächen zu berücksichtigen. Deren Einfluss lässt sich durch Erfassung der raumklimatischen Verhältnisse (relative Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur) sowie der Oberflächentemperaturen abschätzen. Genaue Aussagen sind aber nur möglich, wenn die Klimadaten über längere Zeiträume hinweg erfasst werden.